Reisen ist schön. Die Menschen in Griechenland lernt man aber am besten kennen, wenn sie nicht gerade arbeiten müssen. Was wir mit unserer freien Zeit machen, sagt nämlich mehr über uns aus als unsere Pflichten.
Über Deutsche wird gesagt, sie lebten um zu arbeiten, und von Südländern behauptet man, sie arbeiteten um zu leben. Zu welcher Art man sich rechnet, sollte schnell herauszufinden sein. Das geht nirgendwo besser, als in einer Taverne am Abend.
Wer sich traut, auf Menschen offen zuzugehen, der kann hier was erleben. Menschen, die Spaß daran haben, sich in Gastfreundschaft zu überbieten. Wenn man alle Umstände abzieht, die trennend zwischen Menschen stehen können, ist die pure Freude über das „einfach da sein“ nicht mehr aufzuhalten. Es hebt die Qualität eines Auslandsaufenthaltes ungemein, die Bewohner eines fremden Landes nicht nur als Kulisse zu sehen, sondern einen persönlichen Bezug aufzubauen.
Man merkt in dieser Situation dann, dass die Unterschiede, wie sich Menschen übereinander freuen können, gar nicht groß sind. Wein oder Bier sind eine Gemeinsamkeit, über die nicht zwangsläufig gesprochen werden muss. Man versteht sich auch so. Ein lachendes Gesicht, Anstoßen oder Sirtaki tanzen, diese Basics versteht jeder. Wer Lust hat, Lebensfreude zu teilen, sollte seine Abende nicht im Hotelzimmer verbringen, selbst wenn er allein angereist ist. Wer glaubt, er sei zu alt, um den persönlichen Kontakt mit Fremden in einer anderen Kultur zu erleben, der sollte lieber gleich nach einer netten Taverne Ausschau halten und sich eines besseren belehren lassen. Dafür ist es nie zu spät.